28. Februar – 23. Mai 2026  
M U N T E R E R   H I M M E L
Max Weiler im Dialog mit Carmen Brucic, Annja Krautgasser & Angelika Wischermann  

Die Ausstellung zeigt Werke von Max Weiler (1910-2001) aus der Sammlung der Klocker Stiftung und setzt sie in Beziehung zu zeitgenössischen Positionen. Die Künstlerinnen Carmen Brucic (*1972), Annja Krautgasser (*1971) und Angelika Wischermann (*1983) beziehen sich dabei jeweils auf einzelne Arbeiten, Werkreihen oder biografische Aspekte Weilers. In der Gegenüberstellung werden sowohl formale und inhaltliche Parallelen als auch kritische Auseinandersetzungen sichtbar, die unterschiedliche Zugänge zu Weilers Werk eröffnen.

Klocker Museum
Unterer Stadtplatz 5,
6060 Hall in Tirol
www.klockermuseum.at


© Ausstellungsansicht Munterer Himmel, MDF-Text-Installation: Annja Krautgasser, Regenschirm (links vorne): Angelika Wischermann. Foto: WEST.Fotostudio

Annja Krautgasser, Variablen der Begegnung, 2026

Mit „Variablen der Begegnung“ entwickelt Annja Krautgasser eine komplexe Annäherung an Max Weiler, die biografische, kunsthistorische und gegenwärtige Ebenen miteinander verknüpft. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist eine persönliche Spurensuche: Ihr Großvater, der Haller Künstler Franz Krautgasser, stand in kollegialem Austausch mit Weiler, stellte gemeinsam mit ihm aus und veröffentlichte wiederholt Texte zu dessen Werk. In einem Beitrag im Haller Lokal-Anzeiger verteidigte er 1952 ein Fresko Weilers an der Knabenhauptschulein Hall und formulierte dabei ein engagiertes Plädoyer für die zeitgenössische Kunst seiner Zeit. 


© Ausstellungsansicht Munterer Himmel, MDF-Text-Installation: Annja Krautgasser, Regenschirm (links vorne): Angelika Wischermann. Foto: WEST.Fotostudio

Annja Krautgasser greift diesen historischen Text auf und überführt ihn in die Gegenwart. Indem sie ein eigenes Statement zur zeitgenössischen Kunst formuliert, setzt sie die Argumentationslinie ihres Großvaters fort und befragt zugleich deren Aktualität. Die „Begegnung“ im Titel meint somit nicht nur das Aufeinandertreffen zweier Künstlergenerationen, sondern auch die Verschiebung von Kontexten, Diskursen und Verantwortlichkeiten.   

Ergänzt wird ihre Präsentation durch originale Pigmente aus dem Malkasten Franz Krautgassers – Materialien, wie sie auch Max Weiler für seine Arbeiten verwendete. Farbe erscheint hier nicht allein als Medium, sondern als materielles Bindeglied zwischen Biografien und Werkzusammenhängen. In der Verbindung von Text und Pigment entfaltet sich ein Dialog über Kontinuität und Veränderung, über Verteidigung und Neubestimmung künstlerischer Positionen. Krautgassers Arbeit macht deutlich, dass künstlerische Haltungen meist historisch situiert sind – und dennoch in jeder Gegenwart neu behauptet werden müssen. (Lena Ganahl)


© Ausstellungsansicht Munterer Himmel, MDF-Text-Installation: Annja Krautgasser, Regenschirm (links vorne): Angelika Wischermann. Foto: WEST.Fotostudio