Dashed II
12 Mobiltelefone (Interviews), Wandgrafik, 8 x 2 m, English, 2005
Interviewpartner: Johannes Auvinen, Megan Bodley, Thomas Crawley, Jeff Derksen, Marina Haydn, Joanna Lewis, Andrea Lumplecker, Jonathan Quinn, Stephen Mathewson, Genoa Mungin, Gerald Straub, Surachai Sutthisasanakul

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© Ausstellungsansicht zeitraumzeit, Künstlerhaus Wien, Wien, 2008.
Foto: Michael Goldgruber

Orte:
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01 – Jeff Derksen, Vancouver (CDN): Hütte
02 – Joanna Lewis, Melbourne (AUS): Kinderzimmer
03 – Andrea Lumplecker, New York (USA): Garten in NY
04 – Johannes Auvinen, Los Angeles: Roter Raum
05 – Surachai Sutthisasanakul, Washington DC (USA): Esszimmer
06 – Megan Bodley, Wien: Schlafzimmer
07 – Jonathan Quinn, Wien: Kubus
08 – Genoa Mungin, New York (USA): Club
09 – Steven Mathewson, Salzburg: Innenhof
10 – Thomas Crawley, Wien: Ausstellungsraum
11 – Marina Haydn: Auto
12 – Gerald Straub, Steiermark: Entlüftungsraum

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© Ausstellungsansicht zeitraumzeit, Künstlerhaus Wien, Wien, 2008.
Foto: Michael Goldgruber

Die Verbindung von gelebtem Raum und Information in Form der Mnemotechnik fungierte von der Antike bis in die Renaissance als privilegierter Modus des Erinnerns komplexer Texte und Informationen. Das zentrale Moment der Mnemotechnik ist es, umfangreiche Informationen an Orte und Wege durch architek-tonische Formationen zu binden und sie so einerseits mit der subjektiven, motorischen Erinnerung des Navigierens durch solche Orte, andererseits mit der visuell erfahrenen räumlichen Struktur als Ordnungsprinzip zu verbinden.
In Dashed II wird diese historische Kulturtechnik gewissermaßen umgedreht, indem einzelne Subjekte gebeten werden, Orte, die ihnen aus persönlichen Gründen wichtig erscheinen, detailliert zu beschreiben. Das faszinierende Ergebnis dieser Prämisse ist ein präzises Bild der zentralen Funktion von Räumen als Zeitmagne-ten, an denen sich Erinnerungen, die das gesamte menschliche Sensorium abdecken, anlagern. So erzählt jemand vom Geruch des Rauches von Birken- und Zedernholz in einer kanadischen Holzhütte, von der schwankenden Temperatur, vom Eindruck der verschiedenen Farben und Materialien vor Ort sowie von Handlungen, die sich dort vollzogen haben. Damit wird deutlich, wie die menschliche Erinnerung Orte als Behälter für Sinnesein-drücke über längere Zeiträume hinweg fungieren lässt. Die Ver-wendung von Mobiltelefonen als Bildmedium für die Präsentation der individuellen Erinnerungsbruchstücke verweist auf die Parallelität der verschiedenen Geschichten. Die Gleichzeitigkeit eröffnet dabei eine im Hier und Jetzt angeordnete Ebene des „aktiven“ Erinnerns, und die Verwendung des Mobiltelefons als Platzhalter, der individuellen Subjekten zugeordnet werden kann, setzt somit einen „Chor der Erinnerung“ in Szene.
(Axel Stockburger )


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© Ausstellungsansicht Prelude*), Hafen2 | interim.projekte, Offenbach am Main, 2010.
Foto: Eduardo Perez


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© Ausstellungsansicht Prelude*), Hafen2 | interim.projekte, Offenbach am Main, 2010.
Foto: Eduardo Perez
English

Ausstellungen:
Closeness, E:vent London, GB 2005 • zeitRaumzeit, K/Haus Wien, Wien/Vienna, A 2008 • Fluid Architectures, Montevideo/NIMK Amsterdam, NL 2009 • Prelude*), Hafen2 | interim.projekte, Offenbach am Main, D 2010 • Locate Me, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, D 2010 • Space Affairs, MUSA, Wien/Vienna, A 2012

Unterstützt durch:
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Wvnr:
06-002